Doubleface

So, da hat sie mich nun also wieder, die Arbeitswelt. Und wie das so ist, ist man schneller als gedacht, wieder in der Realität angekommen. Aus und vorbei die Zeit zu Hause mit dem Kätzchen. Es war immer so weit weg, so fern und unreal, doch so schnell verflog die Zeit und plötzlich finde ich mich an meinem Schreibtisch wieder, den PC vor mir und bearbeite Themen wie vor 1,5 Jahren, als ob nichts gewesen wäre. Aus die Zeit des gemütlichen vor sich hin Lebens, entspannter Einkäufe und Zeit ohne Ende, dagegen beherrschen nun ein streng getakteter Zeitplan und Pünktlichkeit – zuweilen auch ein Hauch von Stress – nun unseren Alltag.

2Doch es hat sich so Vieles verändert, ich habe mich verändert, die Kollegen haben sich verändert, viele neue Gesichter begegnen mir nun und doch vermisse ich ein altbekanntes am Meisten. Das des Kätzchens! Viele haben mich vor meinem Wiedereinstieg erwartungsvoll gefragt, ob ich mich auf’s Arbeiten freue, endlich mal wieder etwas anderes zu tun, produktiv zu sein etc. Ich konnte nicht so recht darauf antworten, was vielleicht auch daran liegt, dass mein Berufsfeld in der Sozialen Arbeit einem oft nicht das gibt, was andere bei der Arbeit erwarten. Freuen ist daher das falsche Wort. Es bedeutet für mich, dass das Kätzchen und ich ein Stück weit getrennte Wege gehen. Sie verbringt den Tag in der Krippe, ich bin derweil bei der Arbeit und wir freuen uns beide riesig, uns am Nachmittag wieder in die Arme schließen zu können!

1Es ist nun aber auch nicht so, dass ich total ungern zur Arbeit gehe, mich dort hin quälen müsste oder dort meine Zeit absitze. Es gefällt mir schon, wieder Dinge in Angriff nehmen zu können, die mir beruflich am Herzen liegen, mich gleichzeitig auch weiterzubilden und einen anderen Input zu haben, im Vergleich zum Alltag mit einem Kleinkind. Andere Themen zu haben, als der Übliche Austausch unter Müttern, mal nicht auf die Rolle der Mutter reduziert zu werden, nicht mehr nur die „Mama von“ zu sein, sondern auch mal wieder man selbst zu sein.
Ich habe das Gefühl nun ein Leben mit zwei Gesichtern zu führen, eines für die Arbeitswelt und eines für mein privates Leben. Nicht dass ich mich auf der ein oder anderen Seite verstellen müsste, aber es sind doch zwei völlig verschiedene und voneinander getrennte Bereiche. Und doch muss ich mich nun um den Spagat bemühen, beides unter einen Hut zu bekommen. Der Arbeit und der Familie gerecht zu werden. Mir selbst gerecht zu werden.

5Wir sind noch nicht ganz routiniert im Alltag, vieles fällt mir noch schwer zu organisieren, weil ich nicht mehr den ganzen Tag dafür zur Verfügung habe, sondern nur noch das kurze Zeitfenster nach der Krippe bis zur Schlafenszeit – sowohl vom Kätzchen als auch von mir – und diese Zeit ist doch knapper als gedacht.
Aber ich bin guter Dinge, denn wir hatten in den vergangenen 1,5 Jahren so manch eine Situation, in die man erst einmal hineinwachsen musste und so ist das eben jetzt auch. Wir brauchen Zeit, um uns an die veränderte Situation zu gewöhnen, uns umzustellen und einen neuen Rhythmus zu finden.

4Und zu meiner veränderten Situation derzeit passt der Doubleface Strick von Lillestoff. Zwei schöne Stoffseiten, zwei ganz unterschiedliche Seiten, zwei Gesichter und doch eins. Die eine kann nicht ohne die andere und so gehören sie zusammen und ergeben ein wertvolles Gesamtbild. Und entstanden ist daraus eine Molly von Lilabrombeerwölkchen mit einem Spitzenkragen abgerundet.Mein neues Shirt für den Alltag!

Derzeit wird deutlich, dass die Unterstützung des Katers nochmal um einiges mehr wert wird, als sie es eh schon ist und war. Er ist immer voller Tatendrang, wenn ich eigentlich nur noch auf dem Sofa sitzen möchte, um einmal nichts zu tun oder meinen Akku aufzuladen. Dafür danke ich ihm sehr, dass er immer für mich, für uns da ist!

Und man merkt auch hier im Blog, dass es etwas ruhiger zugeht, bis sich alles im Leben 1.0 eingespielt hat. Doch ich habe noch ein paar Nähwerke, die nur darauf warten gezeigt zu werden, ob für’s Kätzchen, für den Kater oder für mich, in den nun weniger werdenden freien Minuten wird trotzdem fleißig weiter

Liebe Grüße
Eure Stephie


Schnitt:
Molly von Lilabrombeerwölcken
Stoff: Doubleface navy-creme von Lillestoff
Zubehör: Spitzenkragen creme von Nähkind

Verlinkt bei AfterWorkSewing, bio: stoffIch näh Bio und lilleLiebLinks

5 Kommentare zu „Doubleface

  1. Liebe Stephie,
    dein Shirt ist wirklich schön und dein Vergleich mit eurer neuen Lebenssituation finde ich sehr passend 🙂 Ich wünsche euch dreien, dass ihr euch bald ganz eingewöhnt habt in diese neue Phase eures Familienlebens! Und freue mich auf weitere Nähwerke von dir 🙂 Liebe Grüße Tante Öko

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  2. Das Shirt ist super! Der Spitzenkragen gefällt mir total gut.
    Den Spagat und die zwei Seiten einer Mutter hast du schön beschrieben. Ich glaube, so geht es vielen und ja, man muss in solche veränderte Situationen erst reinwachsen. Aber dann, irgendwann, läuft es auch wieder.
    Liebe Grüße,
    Catharina

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